Zieh! Mich! An!

Im ersten großen Laufboom der 70er Jahre musste man sich über Laufbekleidung keine großen Gedanken machen. Das meistgetragene Kleidungsstück war die berühmte Baumwoll-Jogginghose, die heute nur noch zum TV-Marathon und für intensive Couching-Einheiten eingesetzt wird. Die Auswahl war klein und das Wort “Funktionskleidung” noch nicht erfunden. Heute laufen wir ohne Funktionskleidung nicht mehr aus dem Haus. Sie hat vor allem die Funktion, sehr schnell schlecht zu riechen, was die Hersteller auf die Idee brachte, antibakterielle “Ausrüstungen” einzusetzen. Da unsere Ausrüstung nun also ausgerüstet sein muss, kann man schon mal ins Grübeln kommen, wo das alles enden mag.

Die Kleidung aus Erdöl, die Imprägnierungen chemisch – gut klingt das alles nicht. Dabei war von zweifelhaften Produktionsbedingungen, großen Mengen Ausschussware und langen Transportwegen noch gar nicht die Rede.

Der berühmte Tumult um Kathrine Switzer beim ersten Marathon einer Frau (1967) zeigt die ganze Schönheit der damaligen Laufmode, auch bei den Kopfbedeckungen.

Das Thema Bekleidung ist komplex und deshalb will ich mir immer mal einen Zipfel davon vornehmen. Besonders interessieren mich Materialien. Was ist aus der Idee geworden, mit Casein aus Milchabfallprodukten zu arbeiten? Was unterscheidet Bio-Baumwolle von nachhaltiger Baumwolle? Welches Potential liegt in Bambus oder Wolle? Kann es ökologische Funktionsbekleidung geben? Außerdem will ich euren Blick auf Hersteller richten, die versuchen, einen alternativen Weg zu gehen. Nach meinem Artikel über Laufkleidung aus Deutschland bei laufen-mit-frauschmitt haben mir viele berichtet, dass sie die Hersteller größtenteils nicht kannten und ihnen einiges nicht bewusst war. Dabei gibt es noch viel mehr zu erzählen und vieles davon stimmt optimistisch. Auf die Arbeit für diese Rubrik freue ich mich jedenfalls besonders.

Titelbild: © fovivafoto – Fotolia.com. Bildquelle Boston: Unbekannt via yummy wakame

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