Etwas Plastik vor dem Frühstück?

Microplastik Duschbad

Bereits vor einigen Jahren habe ich mich damit beschäftigt, womit Läufer ihren Läuferschweiß abspülen. Seife schien mir damals eine umweltfreundliche Alternative zu plastikummantelten Duschbadflaschen zu sein. Aber die glitschigen Stücke, die einen Film auf der Badewanne hinterließen und ich – wir wurden keine Freunde.

Zähneknirschend kehrte ich der Seifenschale den Rücken und klickte wieder Plastikflaschen auf. Ich kaufte wenigstens Bio-Produkte, aber auch nicht immer. Gelegentlich fand auch eine Flasche Nivea Soft Duschcreme den Weg in den Einkaufswagen.

Keine gute Idee. Sagt Greenpeace. Denn nicht etwa das Plastik der Umverpackung ist hier das Problem, sondern das Plastik im Inhalt. In Duschbad?? Ich wusste, dass es Microplastik gibt, ich wusste, dass es in bestimmten Zahnpasten oder Peelings eingesetzt wird. Solche Produkte kaufe ich nicht. Beim Duschbad wähnte ich mich auf der sicheren Seite. Zu Unrecht. Microplastik in Duschbad ist ein ebenso großes Problem wie solches in Shampoo, in Cremes, in Make-up. Microplastik ist überall.

Microplastik: Problem bekannt, Problem ignoriert.

Polyquaternium-7, Styrene/Acrylates Copolymer, PEG-7, PEG-40, PEG-200. Das sind Inhaltsstoffe des besagten Duschbads, die sich in der Umwelt anreichern. Das Umweltbundesamt warnt vor solchen Stoffen und rät dringend dazu, andere Produkte zu wählen. Greenpeace findet deutliche Worte: “Nivea hat ein Plastikproblem”, sagt die NGO und hält mit einer Kampagne dagegen.


So gut ich den Druck auf Hersteller finde, so sauer macht es mich, dass es ihn überhaupt geben muss. Was soll das? Überall wird Plastikvermeidung diskutiert, wer in Ladengeschäften nach Plastiktüten fragt, erntet das Naserümpfen, das Menschen zuteil wird, die den Schuss nicht gehört haben. Dabei ist die deutsche Plastiktüte, die am Ende verbrannt wird oder beim Recycling landet, wahrlich nicht das Hauptproblem der Weltmeere. Die Gefahr ist viel kleiner und besonders perfide, weil sie keine medienwirksamen Bilder produziert.

Man könnte es auch anders formulieren. Die Gefahr liegt im Oberstübchen von Produktmanagern und Vorständen, denen das Plastikshampoo scheinbar bereits ins Gehirn gezogen ist und dort die Denkleistung merklich ausbremst.

Hilfe per App.

Es ist leider so: Man kann nicht mehr einkaufen gehen, ohne das Handy im Anschlag zu haben. Jedes Produkt muss man per Codecheck überprüfen, bevor man es kauft. Es gibt nun mal Dinge, auf die kommt man einfach nicht. Ich habe die App in letzter Zeit etwas vernachlässigt, das war ein Fehler.

Hier sind ein paar Angaben von Codecheck zum oben genannten Duschbad. Ich kann die App nur empfehlen.

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Ich werde deshalb trotzdem nicht zur Seife greifen. Aber Bio-Duschbad, das muss dann doch sein.

Titelbild CC “Shower” von Jhong Dizon, flickr

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