I wie “I:CO”

Textilrecycling

Es tut sich was in Sachen Textilrecycling. Auch und gerade in Bezug auf Sportmode. “I:CO” heißt die Idee der schweizerischen “I:Collect AG” (womit auch gleich der Name erklärt wäre). I:CO schließt eine wichtige Lücke – die vom Verbraucher zu Unternehmen, die in der Lage sind, Schuhe und Textilien zum Recycling zu nutzen.

Stephan Wiegand, Verwaltungsrat der I:Collect hat dazu ein paar Zahlen parat. Jährlich, so sagt er, werden in der so genannten ersten Welt 20 Mio. Tonnen Textilien und Schuhe entsorgt. Nur 5 Mio. davon landen als Altkleider in Sammelcontainern, das meiste verschwindet im Restmüll und wird verbrannt.

Optimistisch in Sachen nachhaltige Zukunft: Stephan Wiegand

I:CO will Verbrauchern eine Alternative bieten. Sie sollen ausgediente Sachen einfach zurück ins Geschäft tragen. Vorausgesetzt, das Geschäft ist I:CO Partner. Dann kann man seine Altkleider-Tüte einfach übergeben, oder in einen Sammelautomaten werfen. Ein kleiner Gutschein ist die Belohnung. Zu den I:CO Partnern aus dem Sportbereich gehören derzeit Sport 2000, Adidas, Puma und The North Face. Auch große Textilallrounder wie H & M oder C & A haben sich dem System angeschlossen. Derzeit gibt es weltweit 36 Unternehmen mit 3.000 Filialen, die mit I:CO sammeln. Ein Anfang. I:CO selbst recycelt nicht. Es sammelt, sortiert und führt Fäden zusammen, und das auf der Basis vorhandener Logistik, was für eine gute CO2 Bilanz sorgt. Tragbare Textilien werden aussortiert, aufgearbeitet und weiter vermarktet. Bei den effektiven Möglichkeiten für das Textilrecycling ist sicher noch Luft nach oben. Ein Schwerpunkt liegt hier bei der Automobilindustrie, die berühmten Hutablagen und Dämmstoffe werden genannt, was Downcycling bedeutet und deshalb noch nicht optimal ist. Am Besten wäre es, aus einer Jacke würde wieder eine Jacke – bei Kunstfaser ohne Qualitätsverlust möglich. Aber hier fehlt noch eine funktionierende Recyclingindustrie, die große Mengen bewältigen kann. Noch müssen wir mit Fußmatten und Einkaufstaschen vorlieb nehmen, was bedeutet, dass der Recyclingkreislauf bald endet. Die Fußmatte wird kaum noch etwas Hübsches ergeben. Dabei ist der “ewige Kreislauf” das Ziel. I:CO schreibt für innovative Ideen zu diesem Thema einen Award aus. Ob Award oder nicht – hier wird es sicher in den nächsten Jahren die spannensten Ideen geben, da bin ich sicher. Und I:CO ist einer von vielen Schritten auf einem guten Weg.

Lest hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum I:CO Sammelsystem.

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