D wie “Detox”.

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“Detox” ist eine im Sommer 2011 gestartete Kampagne von Greenpeace. Hintergrund dafür ist die Studie “Schmutzige Wäsche”, die belegt, welche ungeheuren Mengen giftiger Chemikalien bei der Textilherstellung in China in die Abwässer geraten. Untersucht wurden zwei Textilfabriken, bei denen etliche Sport- und Lifestylemode-Hersteller produzieren lassen, darunter Adidas, Nike und Puma.

Bei den Substanzen handelt es sich um Azofarbstoffe, Schwermetalle und organische Chemikalien wie Nonylphenol und perfluorierte Substanzen, die sich über die Nahrungskette anreichern. Greenpeace hat errechnet, dass allein für die Herstellung eines einzigen T-Shirts 1,5 Kilogramm Chemikalien verwendet werden, die im Laufe des Prozesses ausgewaschen werden. Allerdings nicht vollständig, wie der jüngste Bericht der “Schmutzige Wäsche”-Reihe mit dem Untertitel “Gefährliche Chemie aus der Waschtrommel” zeigt. Was übrig bleibt, landet in den Abwässern im Land des Verbrauchers.

Quelle: greenpeace.de

Mit Transparenten, Infoständen und Flash-Mobs verursachte Greenpeace bei den angesprochenen Firmen ein mulmiges Gefühl. Es stellte sich heraus, dass die Hersteller trotz vollmundiger Nachhaltigkeitsversprechen zumeist keinen Überblick über die in der Produktion eingesetzten Substanzen und die Umweltbedingungen vor Ort hatten. Textilherstellung in China schien wie ein schwarzes Loch zu sein. Im Laufe der Kampagne wurde ein Wettstreit ausgerufen. Welcher der Hersteller würde als erster zeigen, dass er die Verantwortung annimmt und eine Selbstverpflichtung unterzeichnen? Der Gewinner des oft als “Nike vs. Adidas” formulierten Wettbewerbs war – Puma. Nike zog nach und durch einige Überredungskünste schloss sich auch Adidas an. Gemeinsam mit drei weiteren Unternehmen (darunter H & M und C&A) wurde der Erstellung eines Aktionsplans zugestimmt. Bis 2020 sollen die wesentlichen giftigen Substanzen völlig aus der Produktion verschwunden sein. Pilotprojekte laufen.

Die Kampagne zeigt, wieviel Geduld von Nöten ist, bis sich etwas tut, noch ist unklar, wann Verbraucher die ersten “sauberen” Shirts in Händen halten werden. Sie zeigt aber auch, dass Veränderung möglich ist, wenn nur jemand den Finger in die Wunde legt.

Hier findet sich ein Interview mit dem Greenpeace Chemieexperten Manfred Santen.

Die Kampagne läuft noch, den Herstellern muss weiter auf die Finger geschaut, weitere Unternehmen müssen motiviert werden. Hier kann man die Kampagne unterstützen.

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